Sven A. Kilzer

ARCTIC CAT mit Hauptsitz im österreichischen St. Johann im Pongau ist die Europazentrale des amerikanischen Herstellers von All Terrain Vehicles (ATVs) und Motorschlitten ARCTIC CAT, der zu den weltweit größten Unternehmen der Branche zählt. An dem Standort in Österreich beschäftigt ARCTIC CAT 50 Mitarbeiter, hier erfolgen die zentrale Lagerhaltung, Verwaltung sowie Vertrieb für über 21 europäische Länder. 2006 gründete ARCTIC CAT Tochtergesellschaften in Deutschland, Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich.
Wer kauft Ihre Produkte?
Der Konzern setzt jährlich etwa 8000 Fahrzeuge auf dem europäischen Markt ab. Etwa 50% unserer ATVs werden für den persönlichen Spaß gekauft, das heißt als Freizeitfahrzeuge eingesetzt. Die anderen 50% werden als Nutzfahrzeuge verwendet. Zum Beispiel von der Bergwacht, Hütten- oder Landwirten, der Polizei. Die Fahrzeuge sind vielseitig zu gebrauchen, im Sommer genauso wie im Winter. Die Einsatzmöglichkeiten können durch Vorrichtungen wie Pflüge, Anhänger, Raupenantrieb und ähnliches erweitert werden.
Warum ist Frankreich der wichtigste Markt in Europa?
In Frankreich generieren wir etwa ein Viertel unseres in Europa fakturierten Umsatzes. Der Markt ist sehr reif. Ich denke, dass das über das französischsprachige Canada kommt. Dort haben unsere Fahrzeuge - ATVs, die man zum Beispiel auch als Schneemobil einsetzen kann - eine lange Tradition. Die Franzosen sind deshalb sehr aufgeschlossen für unsere Produkte. Sie sind neugierig und wollen neue Fahrzeuge sofort testen. Hinzu kommt, dass Frankreich natürlich eine große Automobilnation ist.
Wo haben Sie sich in Frankreich niedergelassen?
Unser Standort ist in der Nähe von Grenoble in der Region Rhône-Alpes, von hier aus decken wir den gesamten französischen Markt ab. Dass wir uns genau dort niedergelassen haben, ist auf qualifiziertes Personal aus der ATV Branche zurückzuführen, das wir in dieser Region gefunden haben. Allerdings werden hier aufgrund der geografischen Bedingungen auch viele unserer Fahrzeuge abgesetzt. Wir haben zudem noch eine Repräsentanz im Elsass, was von Vorteil ist, weil wir hier deutschsprachige Anwälte, Banken etc. finden, mit denen wir gut zusammenarbeiten.
Wie kann man als österreichisches Unternehmen in Frankreich erfolgreich sein?
In Frankreich kann man Erfolg haben, wenn man mit „Insidern“ aus dem Land zusammenarbeitet. Man braucht starke Partner vor Ort, die mit den Gegebenheiten vertraut sind. Die Arbeitsweisen sind anders als in Österreich, man muss sich deshalb darauf einstellen. Wenn man also Kultur- und Mentalitätsunterschiede berücksichtigt, sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.
Welche Entwicklungsperspektiven haben Sie in Frankreich?
Frankreich ist für uns der wichtigste Markt in Europa. Wir finden hier Professionalität und Kunden, die hochwertige Technik schätzen unsere Produkte gut kennen. Wir wollen natürlich weiter wachsen.
