Günther Beer

Das österreichische Familienunternehmen Blum mit Sitz in Höchst (Vorarlberg) ist einer der führenden Hersteller von Möbelbeschlägen weltweit. Zu den Kunden zählen große und kleine Möbelhersteller – von der Industrie bis zum Tischlerbetrieb. Mit 5000 Mitarbeitern, und Exporten in 100 Länder, erwirtschaftet Blum einen Jahresumsatz von einer Milliarden Euro. Das Unternehmen betreibt 24 Tochtergesellschaften und Repräsentanzen weltweit. Seine französische Niederlassung mit heute 25 Mitarbeitern gründete Blum im Jahr 2002. Standort ist die Ortschaft Rumilly in der Region Rhône-Alpes.
Warum Frankreich?
Für unser Geschäft ist es sehr wichtig, nah am Kunden zu sein. Service und Flexibilität sind dabei die wesentlichen Themen. Frankreich zählt für uns zu den international wichtigsten Märkten. Die französische Möbelindustrie hat sich in den letzten Jahren „gesundgeschrumpft“. Nicht die Menge, sondern die Qualität spielt bei den Franzosen heute eine Rolle. Hier setzt Blum mit seinen hochwertigen Produkten und strengen Qualitätsstandards an.
Welche Produkte verkaufen Sie in Frankreich?
Wir haben ein Sortiment von insgesamt 2000 Produkten im Handel, die sich in drei Hauptsegmente gliedern: das sind Klappenbeschläge, Möbelscharniersysteme sowie Schubkasten- und Auszugssysteme. Eingesetzt werden die Beschlagslösungen in erster Linie in Küchen, aber natürlich auch in anderen Bereichen der Möbelindustrie. Innovation, Funktion, Ergonomie und Design werden dabei miteinander verbunden. In Frankreich beliefern wir etwa 50 Hersteller, unter anderem bekannten Marken wie Schmidt-Küchen, Arthur Bonnet, Gautier und Ligne Roset
Wie hat sich ihr Frankreichgeschäft in der jüngsten Vergangenheit entwickelt?
Der Verkauf hat sich in Frankreich trotz Wirtschaftskrise sehr gut gehalten. Die Nachfrage nach „bleibenden Werten“ ist sehr stark. Viele Innovationen, gerade im Bereich der Küchenmöblierung, haben sich demokratisiert. Heute will jeder hochwertige Materialien in seinen Schubladen und Schränken haben, die eine lange Lebensdauer garantieren.
Welche produktspezifischen Besonderheiten gibt es in Frankreich?
Es gibt kulturelle Besonderheiten. Zum Beispiel ist die Küche in Frankreich im Durchschnitt kleiner. Und Sie ist weniger aus einem Block gemacht, als zum Beispiel in Deutschland oder Österreich, wo eine einheitliche Ästhetik und klare Strukturen im Trend liegen. In Frankreich besteht die Küche oft noch aus mehreren Einzelteilen. Eine weitere Besonderheit findet sich im Bereich der „Rustikalmöbel“. Hier ist Frankreich international führend. Es gibt viele Möbelhersteller, die sich auf den Landhausstil, wie man ihn zum Beispiel in der Provence vorfindet, spezialisiert haben.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit zählen auch in ihrer Branche zu den wichtigen Themen. Wie sieht es damit in Frankreich aus?
Ökologische Gesichtspunkte in unser Denken und Handeln einzubeziehen, ist zentraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Produktions- und Logistikprozess spielen deshalb eine große Rolle. Auch in Frankreich wird das Thema seit einigen Jahren immer wichtiger. Österreichische Unternehmen haben in Sachen Nachhaltigkeit einen guten Ruf. Die Tatsache, dass wir eine österreichische Marke sind, die fast alle Produkte in Österreich produziert, kommt unserem Markenimage sicherlich auch in Frankreich zugute.
The third “Brazilian Investors’ Club” summit, organized by the IFA, was held at the prestigious Palais Brongniart on December 13, 2011.