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Wilfried Gehart

Leitz-Gruppe Geschäftsführer Vertrieb & Marketing

Die schon 1876 als „Württenbergische Bohrerfabrik“ gegründete Leitz GmbH & Co. KG mit Sitz in Oberkochen (Baden-Württemberg) ist technologieführender Hersteller von maschinengetriebenen Präzisionswerkzeugen und prozessausgelegten Werkzeugsystemen für die professionelle Bearbeitung von Massivholz, Holzwerkstoffen, Kunst-stoff und Nichteisenmetallen wie beispielsweise Aluminium. Vom Schneidstoff bis zum Spannfutter bietet die Leitz-Gruppe mit ihrem Werkzeugsortiment komplette Lösungen für sämtliche zerspanende Prozesse in der Massivholz-, Holzwerkstoff-, Kunststoff- und Aluminiumbearbeitung. Als produzierender Dienstleister liefert Leitz seine Produkte und Dienstleistungen in über 150 Länder, ist in über 100 Ländern vertreten, unter anderem mit 14 Produktions-, 37 Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie einem weltumspannenden Netz von rund 200 Servicestationen in der Nähe seiner Kunden. Das im Besitz der Gründerfamilie stehende Unternehmen erwirtschaftet mit 4.500 Mitarbeitern einen Umsatz von über 400 Millionen Euro.

Wilfried Gehart, Geschäftsführer für den Bereich Vertrieb und Marketing in der Leitz-Gruppe und Philippe Kientz, Geschäftsführer der französischen Tochterniederlassung Leitz S.à.r.l. Colmar in Colmar, informieren über die Unternehmensaktivitäten anlässlich der bevorstehenden 50-jährigen Marktpräsenz in Frankreich.

Wie hat sich das Geschäft in Frankreich entwickelt?

Gehart: Frankreich war unter den ersten Auslandsmärkten, in denen wir Niederlassungen gegründet haben. Wir sind hier seit 1961 präsent und können 2011 auf 50 Jahre Frankreichgeschäft zurückblicken. Der Aufbau unseres Firmennetzes wurde vor allem in den 60er und 70er Jahren vorangetrieben. Heute betreiben wir eine Vertriebsniederlassung mit kleiner Produktionseinheit in Colmar und 22 Servicestandorte, die sich auf das ganze Land verteilen. Unsere Kundschaft reicht von den Herstellern von Holzwerkstoffen wie beispielsweise OSB, MDF und Spanplatten über die Möbelindustrie bis zum kleinen Schreinerbetrieb. Namhafte Unternehmen, mit denen wir in Frankreich zusammenarbeiten, sind zum Beispiel IKEA, Küchen Schmidt oder Mobalpa.

Warum ist der französische Markt für Leitz attraktiv?

Kientz: Frankreich ist international gesehen einer der wichtigsten Märkte für die global aufgestellte Leitz-Gruppe. Es gibt hier eine große Anzahl von Firmen, die Holzwerkstoffe produzieren, Holz und Holzwerkstoffe verarbeiten und in denen unsere Präzisionswerkzeuge sowie unser Wartungs- bzw. Instandhaltungsservice zum Einsatz kommen. Die Leitz-Servicestellen übernehmen die fachkundige Wiederaufbereitung von Werkzeugen. Ein leistungsfähiger Abhol- und Zustelldienst ergänzt diesen professionellen Service und sorgt dafür, dass der Kunde seine Werkzeuge schnellstmöglich wieder nutzen kann.

Gibt es hinsichtlich der Produkte Besonderheiten in Frankreich?

Kientz: Der französische Kunde ist generell sehr anspruchsvoll und kauft gern etwas Besonderes, das heißt er bevorzugt eine individuelle Lösung gegenüber einer Standardlösung – wenn sie dem Wirtschaftlichkeitsprinzip entspricht. Leitz sieht sich als Partner für Industrie und Handwerk in Frankreich und bietet den Holz und Holzwerkstoff be- und verarbeitenden Unternehmen neben der Beratung durch qualifizierte Zerspanungsexperten über den wirtschaftlichen Einsatz von Hochleistungswerkzeugen auch ein umfassendes Projekt- und Pro-zessengineering bis hin zum Tool-Management.

Welches Thema spielt Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Frankreich?

Kientz: Mit dem Umweltgipfel „grenelle de l’environnement“ hat die französische Regierung ein wichtiges Zeichen gesetzt und das Thema Umweltschutz und Investitionen in nachhaltiges Wirtschaften zu einer Priorität erklärt. Gerade im Baubereich macht sich das Thema bemerkbar, da es zahlreiche Fördermaßnahmen gibt. Wer zum Beispiel in energiesparendes Bauen investiert, bekommt Unterstützung vom Staat.
Gehart: Für viele Unternehmen ist die Entwicklung bei den Rohstoffkosten existenzentscheidend. Neue Zerspanungstechnologien entlang der holzwirtschaftlichen Wertschöpfungskette ermöglichen neue Wege zu einem effizienten Einsatz des Rohstoffes Holz, der ökonomischen Nutzung von Energie und der Senkung von Herstellkosten. Mit dem Einsatz von neuen energie- und rohstoffsparenden Leitz-Hochleistungswerkzeugen können die Betriebe auch in Frankreich ihre Produktivität steigern und damit zur Ressourceneffizienz beitragen.

Welche Bedeutung hat das Thema für Leitz bzw. die Leitz-Produkte?

Gehart: In der Leitz-Gruppe spielt Umweltschutz selbstverständlich eine zentrale Rolle. Lassen Sie mich dazu drei Beispiele nennen:
1. Die effiziente Verwendung und das gezielte Recycling von Rohstof-fen bei der Herstellung von Schneiden,
2. Energiesparmaßnahmen zum Beispiel beim Einsatz von Maschinen und Werkzeugen oder bei der Absaugung von Holzspänen mit reduzierten Luftmengenströmen. So konnten wir an einer Fertigungsstrasse eine Stromeinsparung von über 100.000 € pro Jahr im Dreischicht-betrieb nachweisen,
3. Vermeidung von gesundheitsgefährdenden Lärmemissionen an rotierenden Werkzeugen, ein Thema das bei vielen unserer Kunden immer weiter in den Vordergrund rückt und dem wir mit vielen Neu-entwicklungen Rechnung tragen („WhisperCut“).
Kientz: Der Schwerpunkt liegt auf der professionellen und projektbezogenen Zusammenarbeit mit dem französischen Anwender von Leitz-Zerspanungswerkzeugen. Im Fokus stehen Kosten- und Ressourceneffizienz in der gesamten spanenden Prozesskette. Leitz gilt als Innovationstreiber der Branche und ist als Vollsortimenter ein Weltmeister in der Beherrschung von komplexen Zerspanungsproblemen und betreibt erheblichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Die vielfältigen Erfahrungen aus dem weltweiten Einsatz der Präzisionszerspanungswerkzeuge fließen in eine qualifizierte und umfassende Technologie- und Prozessberatung ein. Damit verbinden sich wirtschaftliche Bearbeitungslösungen und Prozessoptimierung sowie die Planung und Inbetriebnahme effektiver Zerspanungswerkzeuge. Die Leitz-Gruppe bietet mit ihrem Know-how und ihrem Werkzeugvollsortiment aus eigener Produktion auch modulare oder komplette Toolmanagement-Modelle, die maßgeschneidert nach Kundenvorstellungen zu mehr Wirtschaftlichkeit und auch zu deutlicher Qualitäts-steigerung ihrer Produktion beitragen.

Wie verläuft die interkulturelle Zusammenarbeit?

Kientz: Wenn man Verständnis bzw. Offenheit für Mentalitäts- und Kulturunterschiede mitbringt, verläuft die Zusammenarbeit problemlos. Wir sorgen zudem dafür, dass in unserer Konzernzentrale auch Mitarbeiter sitzen, die Französisch können, damit die Kommunikation an allen Schnittstellen reibungslos funktioniert.

Welche Perspektive haben Sie in Frankreich?

Gehart: In Frankreich liegt unser Marktanteil bei ca. 20%. Wir machen hier einen Jahresumsatz in zweistelliger Millionenhöhe. Das Jahr 2009 war vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise überall ein schwieriges Jahr für die Leitz-Gruppe. Die abflauende Krise lässt uns jedoch schon in diesem Jahr wieder kräftig wachsen und wir werden diesen Kurs in unserer schon 135 Jahre alten Tradition konsequent weiter fortsetzen.
Kientz: Große Hoffnungen setzen wir auf das vor der Tür stehende Jahr 2011, in dem sich die Gründung der Leitz-Niederlassung in Colmar zum 50. Mal jährt. Zahlreiche Aktivitäten, beispielsweise Präsentationen in Colmar und die Teilnahme an der Fachmesse Eurobois im Februar in Lyon, sind geplant, über die wir zeitnah ausführlich berichten werden.

Leitz-Gruppe


 

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