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Michael Lehnert

CEO LFoundry


LFoundry mit Sitz im bayerischen Landshut ist ein   Auftragsproduzent für Halbleiter von kundenspezifischen Schaltungen in analog, mixed-signal oder spezialisierter Technologie. Die weltweiten Kunden kommen aus allen Bereichen der Industrie, darunter Automobil, Energie, Luft- und Raumfahrt sowie Telekommunikation. In Landshut beschäftigt LFoundry 335 Personen. Im Juni 2010 übernahm das Unternehmen die Atmel-Halbleiterproduktionsstätte im südfranzösischen Rousset und rettete damit 780 Arbeitsplätze. Mit der Übernahme wird die LFoundry ihre Produktionskapazitäten verdreifachen und an den Standorten in Deutschland und Frankreich mehr als 30000 Silizium-Wafer monatlich herstellen, wobei LFoundry noch mindestens vier Jahre als Auftragsfertiger für den Hauptkunden Atmel tätig sein wird.

Warum Frankreich?

Für diese Entscheidung gab es eine Vielzahl von Gründen, die wichtigsten möchte ich hier kurz aufzählen. Es standen mehrere Fabriken weltweit zum Verkauf. Für Frankreich haben wir uns entschieden, weil der Halbleitermarkt neben Deutschland der größte in Europa ist. In Frankreich haben wir die meisten Kunden bzw. ein großes Potenzial weitere Kunden zu gewinnen. Wir suchen die Nähe zu den Märkten, da die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden bei der Entwicklung unserer Prozesstechnologien sehr wichtig ist. Hinzu kommt, dass die Produktionsstätte in Rousset auf  höchstem technischen Niveau ist und die Produktion kompatibel zu Landshut. Rousset zählt zu den modernsten Produktionstätten in der Halbleiterei in Europa.

Bietet der Standort Rousset Vorteile?

Für uns auf jeden Fall. Wir haben hier eine gute und auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Infrastruktur, es gibt täglich mehrere Direktflüge von München nach Marseille. Hinzu kommt, dass in der Region um Aix-en-Provence viele Unternehmen aus der Technologiebranche sitzen. Das reicht sogar noch weiter bis nach Nizza beziehungsweise Grenoble.

Finden Sie in Frankreich die Kompetenzen, die Sie brauchen? Wie sieht es mit F&E aus?

Auf jeden Fall ist das Personal sehr gut ausgebildet, die Arbeit wird hochmotiviert ausgeführt. In Rousset haben wir wie auch in Landshut eine eigene F&E-Abteilung zusammen mit circa 50 Mitarbeitern. In Frankreich ist die Förderung von F&E gerade in der Halbleiterbranche sehr gut, das heißt technologiefreundlich, flexibel und schnell. Manche Dinge lassen sich sogar besser realisieren als in Deutschland. Darüber hinaus profitieren wir von der Zusammenarbeit mit bedeutenden Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel dem CEA-LETI in Grenoble.

Wie funktioniert die interkulturelle Zusammenarbeit?

Wir machen nur gute Erfahrungen. Die französischen Kollegen sind uns von vornherein sehr offen begegnet. Mit der Übernahme der Atmel-Fabrik haben wir viele Arbeitsplätze gerettet. Wir kamen nicht als ausländischer Finanzinvestor, sondern mit einem Industrieprojekt ins Land. Das ist eine solide Basis, die Vertrauen schafft. Das hat sich auch in den Verhandlungen mit Gewerkschaften und Betriebsrat gezeigt. Sprachlich und kulturell funktioniert die Kooperation heute hervorragend. Um den Austausch der Mitarbeiter zu intensivieren, wollen wir die firmeninterne Mobilität in Zukunft noch stärker fördern.
 

Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

Wir sehen uns ganz klar als europäisches Unternehmen mit internationaler Kundschaft. Die strategische Positionierung in den zwei größten europäischen Märkten Deutschland und Frankreich ermöglicht es uns, einen besonderen Service für die in Europa dominierenden Branchen Automotive, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Smart Card Security anzubieten, den wir auch in Zukunft weiter ausbauen wollen. Wir rechnen mit weiteren Zuwachsraten und gehen für 2011 von einem Umsatz von 160 Mio. Euro aus. Wir werden unsere Strategie ausgehend von dieser starken europäischen Basis weiter internationalisieren und expandieren.

LFoundry

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