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Alexander Hörner

Geschäftsführer Woellner Group

Die Woellner Group ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Zu den strategischen Geschäftsfeldern zählen Silikate und Spezialchemikalien, Kosmetik und Schreibfarben. Die Woellner Group beschäftigt 400 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 110 Millionen Euro im Jahr. Seit 2005 betreibt das Unternehmen einen eigenen Produktionsstandort in der Region Champagne-Ardenne in Frankreich.

Warum haben Sie sich für Frankreich entschieden?

Wer in Zentraleuropa eine Rolle spielen möchte, muss in Frankreich präsent sein - das Land zählt zu den bedeutenden Industrienationen. Auch für uns ist der französische Markt im Rahmen unserer Internationalisierung sehr wichtig. Vom Chemiekonzern Rhodia haben wir 2005 den Produktionsstandort für Silikate in Nogent-L'Artaud  übernommen. Der Betrieb eines eigenen Produktionsstandorts bzw. die Herstellung von Silikaten in Frankreich ist für uns lohnend, weil wir damit in der Nähe unserer Kunden sind und die Transportkosten, die aufgrund des günstigen Materialpreises schnell einen erheblichen Teil der Gestehungskosten ausmachen, reduzieren können.

Wer sind Ihre Abnehmer in Frankreich?

Unsere französische Tochtergesellschaft operiert bisher ausschließlich im Silikatgeschäft. In Frankreich produzieren wir ein Spezialglas, das bei der Erzeugung von Kieselsäure zum Einsatz kommt, die wiederum bei der Herstellung ganz unterschiedlicher Produkte verwendet wird - das reicht von Zahnpasta über Katalysatoren bis zur Herstellung energiesparender, ökologischer Autoreifen.

Warum eine eigene Tochtergesellschaft?

Ich denke, dass sich deutsche Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Bedeutung Frankreichs noch immer schwer tun, den Schritt über die Grenze zu gehen. Eine Möglichkeit die Markteintrittsbarrieren zu überwinden, ist die Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft. Mit einer gut funktionierenden Niederlassung vor Ort schafft man die besten Voraussetzungen für den geschäftlichen Erfolg.

Und wie verläuft die deutsch-französische Zusammenarbeit?

In manchen Fällen ist die Zusammenarbeit für Deutsche und Franzosen nicht ganz einfach. Zum Beispiel weil es Vorbehalte oder falsche Vorstellungen gibt. Gewisse Unterschiede kann man nicht leugnen, aber ich sage immer: Vorurteile ersetzt man am besten durch Erfahrungen, seien sie geschäftlicher oder privater Natur. Die Woellner Group ist ein stark sozial engagiertes Unternehmen. Auch der Austausch von deutschen und französischen Mitarbeitern ist uns deshalb sehr wichtig.

Welche Perspektiven bietet der französische Markt, welche Ziele verfolgen Sie in Zukunft?

Frankreich ist für unser Silikatgeschäft neben Deutschland der zweitwichtigste Auslandsmarkt. Im Silikatgeschäft erwirtschaften wir hier einen Umsatz von 18 Millionen Euro. Die Woellner Gruppe wird sich zukünftig allerdings auch in Richtung Kosmetik orientieren. Denn in Frankreich gibt es ein enormes Potenzial, der Kosmetikmarkt ist der größte in Europa. Für uns ist das derzeit ein wichtiges Thema. Wir stehen hier allerdings erst am Anfang.

Woellner Group

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