Frank Eloy

Die SaarLB mit Hauptsitz in Saarbrücken ist die deutsch-französische Mittelstandsbank. Unser Geschäftsschwerpunkt liegt im Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, in der Finanzierung gewerblich genutzter Immobilien und in der Betreuung vermögender Kunden. Ergänzt werden die Aktivitäten der Bank durch die Finanzierung überwiegend regionaler öffentlich-rechtlicher Haushalte und die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. Für Unternehmen aus Deutschland, die ein Finanzierungsvorhaben in Frankreich realisieren wollen, bieten wir umfassende Lösungen. Derzeit arbeiten wir für etwa 30 deutsche Firmenkunden in Frankreich. Unsere Kompetenzen liegen in der sehr guten Kenntnis des französischen Marktes, der langjährigen Erfahrung mit der französischen Geschäftskultur sowie der Zweisprachigkeit unserer Mitarbeiter.
Wie ist die SaarLB in Frankreich aufgestellt?
Frankreich liegt vor unserer Haustür, die deutsch-französischen Geschäftsbeziehungen haben eine lange Tradition. Will man auf dem französischen Markt Erfolg haben, muss man vor Ort sein - das ist unser Grundsatz. Die SaarLB verfolgt deshalb die Strategie dorthin zu gehen, wo auch ihre Kunden sind. Diese sind aufgrund der geografischen Nähe zum Saarland vor allem in den Regionen Lothringen und Elsass sowie der Franche-Comté niedergelassen. 2004 eröffneten wir in Metz eine Repräsentanz, aus dieser Repräsentanz ist im Jahr 2007 eine Niederlassung - die SaarLB France - geworden. Gleichzeitig erteilte uns die Banque de France in Frankreich die Vollbanklizenz, wonach wir alle Bankgeschäfte genauso wie eine französische Bank abwickeln können. Anfang 2008 haben wir ein operativ tätiges Vertriebsbüro („Centre d’affaires Entreprises“) in Straßburg eröffnet, von dem aus wir unsere Kunden im Elsass und in der Franche-Comté betreuen. Seit Mai 2008 betreiben wir in Paris ein „Centre d’affaires Financement Immobilier“. Insgesamt zählen wir heute 18 Mitarbeiter in Frankreich und 18 Mitarbeiter, die sich von Saarbrücken aus um das Frankreich-Geschäft kümmern.
Welchen Wettbewerbsvorteil haben Sie in Frankreich?
Wir arbeiten in Frankreich sowohl für deutsche, wie auch für französische Kunden. Den deutschen Unternehmen bieten wir denselben Service wie hierzulande. Das heißt, alle Leistungen und Produkte, die sie von ihrer deutschen Bank bekommen, erhalten sie auch in Frankreich. Das ist ein ganz großer Pluspunkt für eine Firma, die in Frankreich Geschäfte macht. Hinzu kommt, dass unsere Standorte in Unternehmensnähe sind. Das heißt, die Firmen kennen die Mitarbeiter unserer Bank persönlich, die über die Finanzierung ihrer Projekte entscheiden. Bei französischen Großbanken ist das nicht immer der Fall. Denn nicht bei jeder Kreditvergabe kommt ein Mitarbeiter aus Paris in die Region. Für die französischen Kunden sind wir eine Bank, die vor allem wegen ihrer „preußischen Tugenden“ Kompetenz, Verlässlichkeit und Schnelligkeit geschätzt wird.
Sie finanzieren auch Projekte im Bereich erneuerbare Energien. Steigt in Frankreich das Umweltbewusstsein?
Die französische Regierung hat mit dem 2007 einberufenen Umweltgipfel „Grenelle de l’environnement“ und dem damit verabschiedeten Paket von Maßnahmen zur Förderung regenerativer Energien ein deutliches Zeichen gesetzt. Die Branche ist seitdem im Aufwind, zum Beispiel boomt die Windenergie. In diesem Bereich finanzieren wir zahlreiche Projekte in Frankreich. Wir kennen den Markt gut und arbeiten mit allen führenden deutschen Herstellern und Projektierern zusammen. Diese haben gegenüber den Franzosen einen großen Erfahrungsvorsprung und können sich deshalb erfolgreich auf dem Markt positionieren.
Sie unterstützen Investoren bei ihren Aktivitäten in Frankreich und erfahren so auch viel über die Arbeitsbedingungen im Nachbarland. Gibt es ein Erfolgsrezept im Umgang mit der französischen Geschäftskultur?
Grundsätzlich würde ich sagen, dass man auf dem französischen Markt nicht „mit der Tür ins Haus“ fallen sollte. Gar nicht voran kommt man, wenn man dem französischen Partner ein deutsches Geschäfts- oder Arbeitsmodell überstülpen will. Auch die persönlichen Kontakte sind in Frankreich sehr wichtig. Das kann einige Zeit erfordern, aber der Einsatz lohnt sich. Allgemein lässt sich zum deutsch-französischen Verhältnis vielleicht sagen: Ein deutsches Unternehmen, das in Frankreich Erfolg haben will, muss sich den französischen Geschäftsusancen anpassen. Auf dieser Basis kann eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Geschäftstätigkeit entstehen. Chancen bekommt man in Frankreich viele. Man muss sie nur zu nutzen wissen. Wer Offenheit, Flexibilität und Verständnis für die Mentalität mitbringt, hat da sicherlich Vorteile.
Welche Perspektiven bietet Ihnen Ihre Aktivität in Frankreich, welche Zielsetzungen verfolgen sie für die Zukunft?
Nachdem wir uns auf den Märkten in Lothringen und im Elsass etabliert haben, richten wir unseren Focus nun auf andere dynamische Wirtschaftsregionen in Frankreich. Das ist einmal das Nord-Pas-de-Calais mit der Haupstadt Lille sowie Rhône-Alpes mit Lyon. Gerade dort ist derzeit viel in Bewegung, zahlreiche Unternehmen lassen sich in der Region nieder. Mehr als 40% der Investitionen werden von Firmen aus dem Ausland getragen, die Hälfte davon kommt aus Deutschland. Wir sehen da ein großes Potenzial für uns.
The third “Brazilian Investors’ Club” summit, organized by the IFA, was held at the prestigious Palais Brongniart on December 13, 2011.