Ein Land in Bewegung
Die Kernkraftwerke in Frankreich stellen heute fast 80% der französischen Stromproduktion sicher und tragen somit zu einer großen Preisstabilität und größerer Unabhängigkeit bei. In Frankreich sind die Energie- und Gaspreise niedriger als im Vereinigten Königreich und in Deutschland. Für Projekte mit hohem Energiebedarf liegen die Vorteile auf der Hand.
Um die umweltbezogenen und wirtschaftlichen Probleme in Verbindung mit der Klimaerwärmung zu bewältigen, hat Frankreich sich bei der im Juli 2007 ins Leben gerufenen „Umwelt-Grenelle“ aktiv engagiert und in Richtung einer wettbewerbsfähigen und „nachhaltigen“ Wirtschaft orientiert. Die Maßnahmen der Umwelt-Grenelle wurden im August 2009 verabschiedet: Sie bestehen darin, bis spätestens 2020 bei gleichem Wohlstandsniveau nur noch ein Viertel der Energie und Rohstoffe zu verbrauchen.
Diese Reformen betreffen vor allem:
- die Landwirtschaft: Verdoppelung der Steuergutschrift für den ökologischen Landbau im Jahr 2009
- den Bausektor: Neue Normen zur Energieeinsparung bei Neubauten werden ab 2012 eingeführt
- das Transportwesen: Verringerung der CO2-Emission um 20%, um sie bis spätestens 2020 auf ihr Niveau von 1990 zu reduzieren
- den Energiesektor: Ende des Verkaufs von Glühbirnen im Einzelhandel ab 2010, vor der von der Europäischen Union gesetzten Zielfrist
- die energetische Unabhängigkeit der französischen Überseegebiete und die Bewahrung ihrer Artenvielfalt
Indem es 21% der Kredite seines Wiederankurblungsplans für die Wirtschaft für grünes Wirtschaftswachstum verwendet, wird Frankreich noch vor Deutschland und dem Vereinigten Königreich das führende Land der Europäischen Union in Sachen Wiederankurbelung der grünen Wirtschaft. Frankreich will einer der weltweiten Führer in Sachen Energiegewinnung ohne Kohle werden, indem es seinen Vorsprung im Kernkraftsektor beibehält und seine Kapazität in Sachen erneuerbare Energien weiterentwickelt.
Um auf dem Höchststand der Innovation zu bleiben, wurden eine Milliarde Euro zusätzliche Kredite mobilisiert, um über 3 Jahre (2009 - 2011) Forschungsprojekte in Verbindung mit der Grenelle zu finanzieren, vor allem im Bereich Energie und erneuerbare Energien. Außerdem werden neue Kompetenzzentren für „Ökotechnologien“ geschaffen werden.
Nicht zuletzt wurde Frankreich als Standort für den ITER ausgewählt (experimenteller, internationaler Thermonuklear-Reaktor). Das Projekt besteht in der Entwicklung und dem Bau eines experimentellen Nuklear-Fusionsreaktors, der virtuell unbegrenzte und fast saubere Energie produzieren kann und für den Einsatz in der Industrie bestimmt ist.
In Zahlen:
- 440 Milliarden € Investitionen bis 2020
- Deckung von 23% des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien bis 2020 (gegenüber 10% im Jahr 2009)
- Fast 1 Milliarde € für den Fonds „erneuerbare Wärme“
- 0,42-0,58 €/kWh, ein extrem günstiger Kaufpreis für Photovoltaik-Strom durch Gebäudepaneele.
The third “Brazilian Investors’ Club” summit, organized by the IFA, was held at the prestigious Palais Brongniart on December 13, 2011.