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Herbert Ortner, Geschäftsführer, ÖkoFEN

Herbert Ortner ÖkoFEN

Was macht Ihr Unternehmen?

ÖkoFEN mit Sitz in Niederkappel/Oberösterreich wurde im Jahr 1989 gegründet und ist heute einer der führenden europäischen Hersteller von Pelletsheizungen. 1997 haben wir in Österreich die erste typengeprüfte Pelletsheizung auf den Markt gebracht, 2004 konnten wir dann die weltweit erste vollautomatische Pelletsheizung mit Brennwerttechnik vorstellen. Seit kurzem bietet ÖkoFEN neben Kesseln für Ein- und Zweifamilienhäuser mit dem „PELLEMATIC 56 KW“ auch einen Heizkessel für Gewerbebetriebe an. 80% unserer Produktion gehen derzeit in den Export. Unsere Produktionsstandorte sind in Ober- und Niederösterreich. Darüber hinaus haben wir Tochterunternehmen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Italien. Unsere Produkte werden in insgesamt 13 europäischen Ländern vertrieben, aktuell beschäftigen wir insgesamt 245 Mitarbeiter, davon 15 in Frankreich.

Warum haben Sie sich für Frankreich entschieden, wie erfolgte ihr Eintritt auf den französischen Markt?

Wir sind seit 2002 mit einer Vertriebsniederlassung und einem Servicezentrum in Frankreich vertreten. Das Land verfügt mit fast 64 Millionen Einwohnern über den zweitgrößten Markt Europas. Die Baubranche hat sich hier in den letzten Jahren besonders gut entwickelt, was sich auch positiv auf das Geschäft mit Pelletsheizungen ausgewirkt hat. Die Wachstumsraten sprechen für sich. Im Jahr 2005 wurden in Frankreich rund 2000 Pelletskessel verkauft, 6000 waren es 2006 und im vergangenen Jahr lag die Zahl bei rund 7000. Die hohen Öl- und Gaspreise sowie das zunehmende Umweltbewusstsein beeinflussen die Nachfrage nach unseren Produkten zudem positiv. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle. Das hat auch die französische Regierung erkannt und die Rahmenbedingungen für die Förderung erneuerbarer Energien erheblich verbessert. Damit verbundene Maßnahmen wirken sich positiv auf den Absatz aus. Wer sich für die Installation einer Pelletsheizung entscheidet, hat in Frankreich derzeit mehr finanzielle Vorteile, als zum Beispiel in Österreich.

Wer sich für die Installation einer Pelletsheizung entscheidet, hat in Frankreich derzeit mehr finanzielle Vorteile, als zum Beispiel in Österreich.

Wo ist ihre Niederlassung in Frankreich?

Unser Standort ist in Barberaz bei Chambéry in der Region Rhône-Alpes. Darüber hinaus haben wir ein frankreichweites Netz von Vertriebsmitarbeitern geknüpft, die sich flächendeckend für den Verkauf unserer Produkte einsetzen. In der Region Rhône-Alpes gibt es viel Waldbestand und deshalb ist auch die Holzverarbeitungsindustrie sehr stark. Sie ist für uns wichtig, weil die bei der Holzverarbeitung entstehenden Abfälle - Späne und Sägemehl - für die Pressung der Holzpellets verwendet werden.

In Frankreich haben Sie im vergangenen Jahr den Innovationspreis 2007 erhalten, wofür?

ÖkoFEN wurde auf der Messe „Energies Renouvelables“ in Lyon für die Entwicklung der „Heizzentrale“ mit dem Innovationspreis 2007 ausgezeichnet. Bei dem Produkt handelt es sich um eine Heizzentrale (mit Heizkessel und Pelletstank), die in einem vorgefertigten Heizhaus installiert wird, das sich außerhalb des zu beheizenden Gebäudes befindet. Das System eignet sich für Häuser ohne Keller bzw. mit geringer Wohnfläche. Mit einer Heizleistung von bis zu 224 Kilowatt kann es aber auch für die Beheizung von Gewerbeflächen, Klein- und Mittelbetrieben, öffentlichen Einrichtungen und Reihenhausanlagen eingesetzt werden. In Frankreich wird das System bereits in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen, wie Gemeinden, Schulen und Kindergärten angewendet.

Österreichisches Know-How ist gefragt. Wie geben Sie dieses an Franzosen weiter?

In Frankreich ist die Nachfrage nach unserem Wissen in der Tat groß. Um unser Know-How weiter zu geben und die Leistungsfähigkeit unserer Produkte sicher zu stellen, haben wir deshalb die „Pelletsakademie“ gegründet. In diesem Jahr bieten wir 40 Lehrveranstaltungen in ganz Frankreich an. Grundsätzlich richten wir uns damit an alle, die mit Pelletsheizungen in technischer oder kommerzieller Hinsicht zu tun haben. Unser vorrangiges Ziel ist es allerdings, Installateure zu schulen, die die Heizkessel aufstellen. Derzeit haben wir in Frankreich ein Netzwerk von mehr als 700 ausgebildeten Monteuren.

 

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